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Aktuell
Von den Spendenorganisationen wird gerade in letzter Zeit mehr Transparenz
für die Verwendung ihrer Spendenmittel verlang. Diese Forderung
besteht zu Recht. DEWI SARASWATI veröffentlicht daher die letzte
vom DZI kontrolliert aktuelle Jahresabrechnung. Sie ist im Prüfbericht
des DZI vom 14.12.2007 enthalten.
Das DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen) vergibt
das Spenden-Siegel.
Bericht über die Einnahmen und Ausgaben von DEWI SARASWATI
Hamburg e.V.:




Ein Jahr nach dem Tsunami
Ein Bericht von Günter Spitzing über eine 2. Reise nach Tamil Nadu im November 2005
Nach dem verheerenden Tsunami vom 26. Dezember 2004 ergab sich für uns die Frage, wie DEWI SARASWATI Hamburg gemeinsam mit DEWI SARASWATI India dazu
beitragen könnte, die Not in Südindien zu lindern. Unser Kinderdorf ist nur 20 km Luftlinie von der heimgesuchten Küste Tamil Nadus entfernt.
Unser Zentrum war vor Ort, ist vor Ort wird auch in Zukunft da bleiben. So liegt es für uns nahe langfristige Aufgaben zu übernehmen, die andere
Organisationen, die sich nur vorübergehend im Projektgebiet aufhalten, nicht so gut abdecken können. Wir haben daher schon bei unsere Besprechungen
mit DEWI SARASWATI India vor Ort im Februar/März 2005 uns entschlossen, Kinder aufzunehmen, die durch die Flutwelle und die von ihr verursachten sozialen
und wirtschaftliche Verwerfungen betroffen sind. Die Kinder sollten in unserem Kinderdorf ein freundliches Zuhause finden und in unseren Schulen eine gute ihre
Zukunft sichernde Ausbildung erhalten.
Mehr Kinder: Das DEWI SARASWATI Kinderdorf ist größer geworden
Inzwischen wurden im DEWI SARSAWATI Kinderdorf 4 Wohneinheiten für jeweils 10 Kinder und Betreuerin errichtet. 30 Kinder wurden bereits aufgenommen, für
10 weitere wird aus gutem Grund noch Raum freigehalten.
Die Kinder kommen vor allem aus küstennahen Dalit Siedlungen, deren Bewohner für Fischergemeinschaften gearbeitet haben. Die Flutwelle hat die Eltern um
ihr Eigentum gebracht und deren Verdienstmöglichkeiten beseitigt.
Die spontanen Hilfsmaßnahmen haben sich allerdings fast ausschließlich auf die höherkastigen Fischergemeinschaften beschränkt. Die Dalits
gingen leer aus. In manchen Fällen werden die Siedlungsgebiete der Dalits von den Fischern, die sich etwas von der zerstörten Küste
zurückziehen, beansprucht. Weil die Situation vieler Dalits aussichtslos erscheint, haben Depressionen und Alkoholismus um sich gegriffen. Daran sind viele
Familien zerbrochen.
DEWI SARASWATI hat sich entschlossen gerade diesen Kindern, die ansonsten keinerlei Hilfe erhalten, Heimat und Ausbildung zu geben.
Ruby James, unsere patente Direktorin von DEWI SARASWATI India, hat sehr geschickt jedem der neuen Kinder ein älteres erfahreneres Kind als Betreuer zur
Seite gestellt. Die haben dann alles dafür getan, dass sich die neuen Kinder schnell im Kinderdorf einleben konnten. Als Teilzeitkraft steht zudem eine sehr
engagierte Sozialpsychologin zur Verfügung. Da, wo psychische Verletzungen vorliegen, arbeitet sie diese mit den Kindern auf. Ich habe mich jedenfalls selbst
davon überzeugen können, dass sich gerade auch die neuen Kinder bei uns wohlfühlen. Das ist etwas, auf das wir ganz besonderen Wert legen!
Ein weiteres Problem besteht darin, dass einige Kinder, vor allem Mädchen, die wegen staatlicher Geldzuwendungen zunächst von Familien und Heimen
aufgenommen wurden, demnächst wider auf der Straße stehen werden. Wir tragen dem Rechnung und halten über die nächsten Wochen hinweg 10
Plätze für solche Notfälle frei.
Kommunikationsprobleme unter den NGOs
Bereits im Februar war abzusehen, dass die Zusammenarbeit der NGOs unzureichend ist und dass darunter die Effektivität der Hilfeleistungen leidet.
In einem Fischerdorf waren (laut Auskunft im Februar) 26 Boote unbrauchbar geworden, 10 wären zu reparieren gewesen. Jetzt - im November - lagen am Strand des
Dorfes 50 Boote. Die Seitenflächen waren bunt bemalt mit den Logos und Texten der verschiedenen Spenderorganisationen. (Die Boote eigenen sich eben ganz
hervorragend als Werbeträger!). Allerdings kann mehr als die Hälfte der Boote nicht benutzt werden, da es an Motoren und Netzen fehlt.
In einem anderem Fischerdorf gammeln 7 von einer deutschen Organisation gegebenen und entsprechend auffällig dekorierten Boote im Sand, weil Motoren und Netze
fehlen.
Mittlerweile werden die Vertreter von NGOs von Frauen in Fischerdörfern auf Hilfsgüter hin angesprochen. Das war im Februar noch nicht der Fall. Auf unserer
Anmerkung hin, dass Fischer traditionell niemals als Bittsteller aufgetreten seien wurde uns erklärt, das eben viele NGO-Vertreter vorbeikämen, irgendwelche
Sachen hinterließen und dass sich deshalb die Frauen angewöhnt hätten, nach Unterstützung zu fragen. Es zeichnet sich auch ab, dass nicht alle Fischer wirklich
daran interessieret sind, ihre Arbeit als Fischer wieder aufzunehmen.
Da ein System fehlt, das die Abstimmung der NGOs untereinander ermöglicht, wurde in einigen Fällen ein Vielfaches der benötigten Hilfe gegeben,
während andere schwer zu erreichende Gebiete und vor allem Dalit-Siedlungen leer ausgingen.
Wir möchten schon ernsthaft darauf hinweisen, dass Katastrophen keine Anlass sein dürfen um Wettrennen in Sachen Mildtätigkeit zu veranstalten. Die
Spender können erwarten, das eine unabhängige mobile Koordinationstelle für die europäischen NGOs eingerichtet wird, damit die Spendengelder
wirklich so effektiv, wie nur immer möglich eingesetzt werden können. Möglicherweise bieten die in Asien und Afrika geplanten
Katastrophen-Logistikzentren der DHL eine geeignete Basis für die Einrichtung einer Koordinationsstelle.
Man muss nicht nur helfen wolle, sondern da helfen, wo man auch helfen kann. DEWI SARASWATI wird daher weiterhin, da arbeiten, wo seine Stärken liegen. Das
heißt, wir werden auch in Zukunft langfristige und somit "nachhaltige" Hilfe leisten.
Obdachlosigkeit durch Regenfluten
Im November hat ein verspäteter Monsum Tamil Nadu unter Regenwasserfluten gesetzt. Das hat sein Gutes, weil der Wasserhaushalt, der in den letzten sehr
trockenen Jahren gefährdet war, für die nächste Zeit gesichert ist.
Zugleich wurden aber völlig unerwartet Gebiete, die als trocken galten, überschwemmt. Häuser und Hütten standen mitten im Wasser. Auch die
Küste wurde von den Regenfluten heimgesucht.
Nun sind Hilfsgelder großenteils für die Tsunami-Schäden festgelegt. Die Tatsache, dass ich unter Umständen ein durch die Flutwelle
beschädigtes Haus neu aufbauen kann, ein in Regenfluten versunkenes jedoch nicht, weil die Gelder dafür nicht vorgesehen sind, wirft nun die Frage auf,
ob die insbesondere längerfristige sehr starre Bindung von Hilfsgeldern und Hilfsmittel an bestimmte katastrophal Ereignisse wirklich sinnvoll ist.
Auch in unserer Arbeit wird auf die Dauer eine Auftrennung der Hilfe für Tsunami-geschädigte Kinder, andere benachteiligte Kinder und benachteiligte
Ureinwohnerkinder kaum aufrecht zu erhalten sein.
Also:
- Langfristiger Unterstützung zur Selbsthilfe den Vorrang geben!
- Mobile Koordinationsstelle für in der Katastrophehilfe tätige NGOs schaffen.
- Starre Bindung von Hilfsmaßnahmen an bestimmte Ereignisse vermeiden!
Wir bedanken uns ganz herzlich im Namen der begünstigten Kinder für großzügige Spenden
für den Ausbau der neuen Kinderwohnungen (Tsumani-geschädigte Kinder) bei
Auto Wilde Jerstedt
MLP Braunschweig
Round Table 56 Goslar
Rotary Club Bargteheide
für den Ausbau der Küche (Vergößerung der Kapazität zur Versorgung der neuen Kinder) bei
Share Value Stiftung Frankfurt / Main
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